Feuerfeste Barrieren sind automatische Schutzsysteme, die bei Kontakt mit brennbaren Flüssigkeiten aktivieren und deren unkontrollierte Ausbreitung über Türschwellen, Tore und Bodenkanäle verhindern. Sie funktionieren energieunabhängig durch einen Schwimmermechanismus in einem Edelstahl-Gehäuse, der eine feuersichere Platte anhebt und Öffnungen in Sekundenschnelle versiegelt – ohne manuelles Eingreifen und ohne Stromversorgung. Die Klappschott Chemieschutz-Barriere setzt dieses Prinzip seit über 20 Jahren in deutschen Industrieanlagen um.
Unkontrollierte Ausbreitung brennbarer Flüssigkeiten gehört zu den kritischsten Risiken in industriellen Betrieben. Wenn Lösungsmittel, Chemikalien oder kontaminiertes Feuerlöschwasser über ebenerdige Öffnungen fließen, gefährdet dies Menschenleben, Umwelt und die gesamte Anlage. Facility Manager, HSE-Beauftragte und Ingenieure in Chemie-, Produktions- und Logistikanlagen stehen vor der Herausforderung, VdS-Richtlinien und gesetzliche Anforderungen für Containment-Systeme zu erfüllen – ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.
Automatische Barrieren wie Klappschott bieten hier eine normkonforme Lösung: Sie aktivieren in unter 10 Sekunden, sind fail-safe und reduzieren das Risiko manueller Fehler um bis zu 95%. Unsere Systeme sind für aggressive Medien getestet und deutschlandweit in Chemielagern, Logistikzentren und Produktionsbetrieben im Einsatz. Erfahren Sie mehr über Brandschutz in Gefahrstofflagern in unserem umfassenden Ratgeber.
Sicherheitshinweis
Installation feuerfester Barrieren muss durch zertifizierte Fachbetriebe erfolgen. Die Einhaltung von DIN-Normen und VdS-Richtlinien ist verpflichtend.
In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie:
- Wie automatische feuerfeste Barrieren funktionieren und welche Materialien zum Einsatz kommen
- Welche Normen und Standards (DIN 4102, EN 13501-2, VdS 2557) für Ihre Anlage relevant sind
- Wo Barrieren in Lagerhallen, an Laderampen und in Entwässerungssystemen installiert werden sollten
- Wie Sie Systeme korrekt dimensionieren und in bestehende Gebäude nachrüsten
- Welche Herausforderungen bei aggressiven Chemikalien und Feuerlöschwasser-Rückhaltung auftreten
Inhaltsverzeichnis
Was sind brennbare Flüssigkeiten und welche Gefahren bergen sie?

Brennbare Flüssigkeiten stellen in der Industrie ein erhebliches Risiko für Brand, Explosion und weitreichende Sachschäden dar. Diese Stoffe zeichnen sich durch einen niedrigen Flammpunkt aus und können bereits bei Raumtemperatur entzündliche Dämpfe bilden, die sich mit der Luft zu gefährlichen Gemischen verbinden. Schon kleine Mengen, unsachgemäß gelagert oder gehandhabt, können im Brandfall zu massiven Schäden an Gebäuden, Anlagen und der Umwelt führen. Moderne Chemikalienschutz-Barrieresysteme bieten hier entscheidenden Schutz.
Die sichere Lagerung brennbarer Flüssigkeiten ist daher ein zentrales Thema im betrieblichen Brandschutz. Spezielle Sicherheitsschränke nach DIN EN 14470-1 und normgerechte Lagerräume sind unverzichtbar, um die Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung zu minimieren. Diese Systeme verhindern, dass Stoffe im Falle eines Lecks oder Brandes in andere Bereiche gelangen und dort weitere Brände oder Explosionen auslösen.
Niedriger Flammpunkt
Brennbare Flüssigkeiten entzünden sich bei Temperaturen unter 60°C und bilden explosive Atmosphären bereits bei minimalen Zündquellen.
Dampfbildung
Flüchtige Stoffe erzeugen gefährliche Dampfwolken, die sich rasant durch Betriebsstätten und Entwässerungssysteme ausbreiten.
Schnelle Ausbreitung
Flüssigkeiten fließen durch Öffnungen, Kanäle und Schwellen innerhalb von Sekunden und eskalieren lokale Vorfälle zu betriebsweiten Notfällen.
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben nach TRGS
Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 510) definieren verbindliche Anforderungen an die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten:
- Einteilung in Gefahrenkategorien nach Brandverhalten, Flamm- und Siedepunkt
- Lagerräume müssen als separate Brandabschnitte ausgeführt werden
- Lagermenge in Arbeitsbereichen auf das betrieblich Notwendige beschränken
- Kennzeichnung mit Warnschildern („Zutritt verboten“, „Keine offene Flamme“)
- Verwendung von Auffangwannen aus verzinktem Stahl für zusätzlichen Schutz
Neben der technischen Ausstattung ist der richtige Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten entscheidend. Unternehmen sind verpflichtet, ihre Mitarbeitenden regelmäßig über Risiken und sachgemäßen Umgang mit Gefahrstoffen zu schulen. Unsere Übersicht zu Sicherheitsmaßnahmen für Chemikalien und Feuer bietet praxisnahe Handlungsempfehlungen. Brandschutzeinrichtungen wie Feuerlöscher, Brandmeldeanlagen und automatische Löschsysteme müssen jederzeit funktionsbereit sein.
Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und branchenspezifischer Standards ist nicht nur Pflicht, sondern schützt Menschenleben, Sachwerte und die Umwelt. Die Klappschott Feuerschutz-Barriere integriert sich nahtlos in bestehende Brandschutzkonzepte und erfüllt alle relevanten DIN- und VdS-Anforderungen. Wer in seinem Unternehmen auf vorbeugenden Brandschutz setzt, minimiert das Risiko von Brandschäden, Produktionsausfällen und langfristigen Verlusten – und sorgt für ein sicheres Arbeitsumfeld für alle Beteiligten.
Grundlagen feuerfester Barrieren: Was sind automatische Containment-Systeme?
Feuerfeste Barrieren sind spezialisierte Containment-Systeme, die passive Brandschutzprinzipien mit automatischer Flüssigkeitsrückhaltung kombinieren. Der Begriff „feuerfeste Barriere“ beschreibt mechanische Schutzsysteme, die bei Flüssigkeitskontakt selbsttätig aktivieren und Öffnungen versiegeln, um die Ausbreitung brennbarer Stoffe, Chemikalien oder kontaminierten Feuerlöschwassers zu verhindern. Sie bilden eine kritische Schutzschicht zwischen Gefahrenbereichen und angrenzenden Brandabschnitten. Detaillierte Informationen zu Flüssigkeitsbarrieren für aggressive Chemikalien finden Sie in unserem Spezial-Ratgeber.
Neben feuerfesten Barrieren spielen auch Auffangwannen und geeignete Behälter eine zentrale Rolle bei der sicheren Lagerung und dem Schutz vor Leckagen brennbarer Flüssigkeiten, insbesondere in Industrieanlagen und bei Gefahrstoffen. Das Brandverhalten der eingesetzten Materialien wird durch spezielle Tests gemäß DIN 4102 und EN 13501-2 geprüft.
Unterschied: Feste Bundwände vs. Automatische Barrieren
Passive Systeme wie feste Bundwände sind dauerhaft sichtbar und behindern den Verkehr. Automatische Barrieren wie Klappschott sind flach im Boden eingelassen (ca. 100 mm) und ermöglichen normalen Verkehr mit Staplern und Fahrzeugen. Erst bei Flüssigkeitskontakt aktivieren sie sich selbstständig.
Dies macht sie zur idealen Lösung für Betriebe, die Sicherheit mit betrieblicher Effizienz vereinen müssen.
Brandmeldeanlagen und technische Geräte wie Rauch- und Brandmelder ergänzen passive Barrieren, indem sie Brände frühzeitig erkennen und so die Sicherheit im Gebäude erhöhen. Die Kontrolle von Flammen und Rauch ist entscheidend, da Rauch oft gefährlicher als Flammen ist und spezielle Schutzmaßnahmen wie Rauchabzugsanlagen und feuerfeste Barrieren erfordert.
Wie funktioniert eine automatische Feuerschutz-Barriere? Technik und Aktivierung

Schritt 1: Flüssigkeitsaufnahme
Erstens, einlaufende Flüssigkeit wird vollständig durch alle Öffnungen der Klappschottwanne aufgenommen.

Schritt 2: Automatisches Auslösen
Das Klappschott wird alleine durch das Auffangen der auslaufenden Flüssigkeit in der Klappschottwanne ausgelöst und schwimmt auf.

Schritt 3: Abdichtung & Rückhaltung
Schließlich wird das Klappschott durch Federn in die aufrechte und absolut abdichtende Schließstellung geklappt.
Der Schwimmermechanismus ist das Herzstück jeder automatischen Barriere. Sobald Flüssigkeiten – ob brennbare Stoffe, Chemikalien oder Wasser – die Barriere erreichen, steigt ein Schwimmer im Edelstahl-Gehäuse. Dieser hebt eine feuersichere Platte an, die die Öffnung bis zu einer Höhe von 300 mm versiegelt.
Aktivierungsablauf einer Klappschott-Barriere
- Flüssigkeit erreicht Schwelle: Brennbare Stoffe, Chemikalien oder kontaminiertes Löschwasser treten mit dem Barrieren-Gehäuse in Kontakt
- Schwimmer steigt auf: Das Auftriebselement im Edelstahl-Gehäuse (1.4404) wird durch die Flüssigkeit angehoben
- Platte versiegelt Öffnung: Die feuersichere Platte steigt innerhalb von 10 Sekunden auf bis zu 300 mm Höhe
- Automatisches Reset: Nach Entfernung der Flüssigkeit und Trocknung kehrt das System in Ausgangsposition zurück
Wichtigste technische Merkmale:
- Energieunabhängige Aktivierung: Keine Stromversorgung, keine Sensoren, keine Steuerungstechnik erforderlich
- Materialien: Edelstahl-Housing (1.4404 oder höher) mit Dichtungen, die bis 1100°C standhalten
- Fail-Safe-Prinzip: Das System funktioniert auch bei Stromausfall zuverlässig – ein entscheidender Vorteil gegenüber elektronischen Brandschutztoren
- Testbarkeit: Funktionsprüfung per Handpumpe, automatisches Reset nach Trocknung
- Aktivierungszeit: Unter 10 Sekunden bei Flüssigkeitskontakt
- Medienbeständigkeit: Getestet für pH-Bereich 1-14
Das Brandverhalten der eingesetzten Materialien wird regelmäßig in Brandverhaltenstests geprüft, um die Feuerwiderstandsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Barriere im Ernstfall sicherzustellen. Diese passive Sicherheitstechnik entspricht dem Prinzip, das auch bei Brandschutzkompensatoren zum Einsatz kommt: mechanische Robustheit ohne externe Energiequelle.
Die Barriere kann zudem mit Brandmeldeanlagen und anderen technischen Geräten wie Rauchmeldern oder automatischen Löschsystemen kombiniert werden, um Brände frühzeitig zu erkennen und eine schnelle Alarmierung der Feuerwehr über die Notrufnummer 112 zu ermöglichen.
Welche Arten von Feuerschutz-Barrieren gibt es?
Je nach Einbauort und Schutzziel kommen unterschiedliche Barrieretypen zum Einsatz. Die Auswahl hängt von der Struktur des Gebäudes, den gelagerten Stoffen und den geltenden Normen ab.
| Barrieretyp | Einbauort | Typische Anwendung | Rückhaltevolumen |
|---|---|---|---|
| Schwellen-Barrieren | Türöffnungen, Tore | Laderampen, Hallentore, Lagerräume | Bis zu 20 m³ |
| Kanalabdichtungen | Entwässerungssysteme | Bodenabläufe, Sumps, Rinnen | Bis zu 50 m³ |
| Verbundbarrieren | Mehrere Öffnungen | Komplexe Brandabschnitte, Mehrzonen-Anlagen | Bis zu 100 m³ |
1. Schwellen-Barrieren: Schutz an Toren und Türöffnungen
Schwellen-Barrieren sind flache Systeme, die in den Boden vor Toren, Türen oder Laderampen eingelassen werden. Im Normalzustand liegen sie nur etwa 10 cm über der Bodenoberfläche und ermöglichen ungehinderten Verkehr mit Gabelstaplern, LKWs und Fußgängern. Sobald Flüssigkeit die Schwelle erreicht, hebt sich eine Edelstahl-Platte automatisch auf bis zu 30 cm Höhe und versiegelt die Öffnung vollständig.
Wie sieht das konkret aus? Stellen Sie sich eine rechteckige Edelstahlkassette vor, die quer über die gesamte Toröffnung verläuft – ähnlich einer Bodenschwelle, aber mit integriertem Schwimmermechanismus. Die Kassette ist ca. 100 mm hoch, 400-600 mm breit und kann bis zu 6 Meter Öffnungsbreite abdecken. Wenn Flüssigkeit eintritt, fährt eine massive Platte aus der Kassette nach oben und bildet eine wasserdichte Barriere.
Typische Einsatzbereiche:
- Laderampen: Verhinderung des Austritts von Lösungsmitteln bei Betankungsunfällen oder Leckagen während des Be- und Entladens
- Hallentore: Abtrennung von Lagerbereichen mit brennbaren Stoffen vom Rest der Produktionshalle
- Chemielager-Zugänge: Schutz vor Ausbreitung bei Tank- oder Behälterleckagen
- Werkstatttore: Rückhaltung von Ölen, Hydraulikflüssigkeiten oder Kühlmitteln
Die Klappschott Feuerschutz-Barriere ist das klassische Beispiel für diesen Barrieretyp. Sie ist besonders geeignet für Bereiche, die im Normalbetrieb häufig befahren werden müssen, aber im Notfall sofort abgeriegelt werden sollen.
Praxisbeispiel: Laderampe einer Chemiefabrik
Eine 5-Meter-Toröffnung wird durch eine eingelassene Klappschott-Schwelle geschützt. Bei normalem Betrieb fahren Gabelstapler problemlos über die flache Schwelle. Bei einem Leck während der Tankerentladung aktiviert die Barriere innerhalb von 10 Sekunden und hält bis zu 18.000 Liter zurück – genug, um den Inhalt eines Tankwagens zu sichern, bis die Feuerwehr eintrifft.
2. Kanalabdichtungen: Schutz der Entwässerungssysteme
Kanalabdichtungen sind runde oder rechteckige Verschlusssysteme, die direkt in Bodenabläufe, Entwässerungsrinnen oder Schächte eingebaut werden. Sie sehen aus wie eine Art „Deckel mit Schwimmer“ – ein Edelstahlgehäuse, das über dem Abfluss montiert wird und bei Flüssigkeitskontakt einen Verschlusspfropfen nach oben drückt, der den Kanal luftdicht versiegelt.
Wie sieht das konkret aus? Eine typische Kanalabdichtung besteht aus einem zylindrischen Edelstahlgehäuse (Durchmesser 200-400 mm), das über oder in einem Bodenablauf installiert wird. Im Inneren befindet sich ein schwimmender Verschlussmechanismus mit Gummidichtung. Sobald Flüssigkeit eindringt, steigt der Schwimmer und presst einen konischen Dichtungskopf gegen die Ablauföffnung – ähnlich wie ein Korken in einer Flasche.
Warum sind Kanalabdichtungen so wichtig? Bei einem Brand in einem Chemielager fließen nicht nur die gelagerten Stoffe ab, sondern auch große Mengen kontaminiertes Feuerlöschwasser. Dieses darf unter keinen Umständen in das öffentliche Abwassersystem oder Grundwasser gelangen. Kanalabdichtungen verhindern genau das: Sie verschließen automatisch alle Abflüsse im Gefahrenbereich und halten die kontaminierten Flüssigkeiten im Gebäude zurück, bis sie fachgerecht entsorgt werden können.
Typische Einsatzbereiche:
- Bodenabläufe in Chemielagern: Automatische Abdichtung bei Leckagen oder Brandbekämpfung
- Entwässerungsrinnen in Produktionshallen: Schutz vor Eintritt von Ölen, Lösungsmitteln oder Säuren
- Sumps und Auffangbecken: Verhinderung des Weiterfließens in tieferliegende Kanalsysteme
- Außenbereiche von Tankstellen: Abdichtung bei Betankungsunfällen mit Benzin oder Diesel
Kanalabdichtungen verhindern, dass kontaminiertes Löschwasser über das Entwässerungssystem in die Umwelt gelangt und gewährleisten Einhaltung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG). Nach VdS-Statistiken sind unkontrollierte Abflüsse über Entwässerungssysteme in etwa 30% der Industriebrände die Hauptursache für Umweltverschmutzung und hohe Sanierungskosten.
Compliance-Hinweis
Seit der Novellierung der AwSV (Anlagenverordnung Wasserhaushaltsgesetz) im Jahr 2017 sind Kanalabdichtungen in vielen Fällen verpflichtend. Facility Manager sollten prüfen, ob ihre Entwässerungssysteme den aktuellen Anforderungen entsprechen – andernfalls drohen bei Audits empfindliche Bußgelder.
3. Verbundbarrieren: Schutz komplexer Brandabschnitte
Verbundbarrieren sind keine eigenständige Barrieren-Bauform, sondern eine Kombination mehrerer Schwellen-Barrieren und Kanalabdichtungen, die gemeinsam ein zusammenhängendes Schutzsystem bilden. Stellen Sie sich einen großen Lagerbereich vor, der mehrere Tore, Türen und Entwässerungspunkte hat – ein Verbundsystem schützt alle Öffnungen gleichzeitig und koordiniert.
Wie sieht das konkret aus? In einer typischen Installation werden z.B. drei Hallentore mit Schwellen-Barrieren ausgestattet, vier Bodenabläufe mit Kanalabdichtungen versehen und zwei Verbindungstüren mit zusätzlichen Schwellen gesichert. Alle Systeme arbeiten unabhängig voneinander, bilden aber gemeinsam einen „Sicherheitsring“ um den kritischen Bereich. Bei einem Vorfall aktivieren sich die Barrieren automatisch – egal, in welche Richtung die Flüssigkeiten fließen.
Warum sind Verbundbarrieren notwendig? Moderne Industrieanlagen sind komplex: Ein Chemielager hat nicht nur ein Tor, sondern mehrere Zufahrten, Notausgänge, Verbindungstüren zu Produktionshallen und ein verzweigtes Entwässerungssystem. Eine einzelne Barriere würde nur einen Austrittspunkt schützen – die Flüssigkeiten würden einfach über andere Öffnungen abfließen. Ein Verbundsystem deckt alle potenziellen Austrittswege ab und schafft ein umfassendes Containment.
Typische Einsatzbereiche:
- Mehrzonen-Chemielager: Schutz mehrerer angrenzender Lagerbereiche mit unterschiedlichen Gefahrstoffklassen
- Produktionsanlagen mit Rohstofflager: Abtrennung von Verarbeitungsbereichen, Lagerräumen und Versandbereichen
- Batteriespeicheranlagen: Schutz vor Ausbreitung bei thermischem Durchgehen über mehrere Brandabschnitte hinweg
- Tankstellenanlagen mit Werkstatt: Koordinierte Abdichtung von Tankbereich, Werkstatttoren und Abwassersystem
Klappschott-Systeme können modular kombiniert werden, um exakt auf die Anforderungen Ihrer Anlage zugeschnitten zu sein. Die Planung erfolgt auf Basis von Grundrissen, Gefährdungsbeurteilung und VdS-Richtlinien durch unser Ingenieursteam.
Planungstipp für Verbundsysteme
Bei der Auslegung von Verbundbarrieren ist die Gesamtretention entscheidend: Das System muss nicht nur die gelagerten Flüssigkeiten zurückhalten, sondern auch das Feuerlöschwasser. Rechnen Sie mit 300-800 Litern pro Minute Löschwasserdurchfluss über mindestens 30 Minuten – das ergibt schnell 15.000-25.000 Liter, die im Brandabschnitt verbleiben müssen. Unser Planungsteam berechnet die erforderliche Retention nach VdS 2557 und WHG-Vorgaben.
Industrielle Einsatzgebiete: Wo werden feuerfeste Barrieren eingesetzt?
Aufbauend auf den technischen Grundlagen zeigt sich, dass automatische Barrieren in nahezu allen Industrien mit brennbaren Flüssigkeiten relevant sind. Maßgeschneiderte Lösungen sind entscheidend, um den individuellen Anforderungen unterschiedlicher Branchen gerecht zu werden und einen optimalen Schutz vor der Ausbreitung brennbarer Flüssigkeiten zu gewährleisten.
Chemielager und Produktionshallen
Chemielager und Tankstellenbereiche sind die klassischen Einsatzorte für feuerfeste Barrieren. Hier werden große Mengen brennbarer Flüssigkeiten mit niedrigem Flammpunkt gelagert, was bei einem Brand oder Leck zu schneller Ausbreitung führt. Für einen effektiven Schutz werden häufig Auffangwannen aus Stahl eingesetzt, die unter den Behältern platziert werden, um Leckagen aufzufangen und die Ausbreitung von Feuer zu verhindern. Unsere Expertise in Brandschutz für Lagerhallen und Logistikzentren zeigt bewährte Konzepte.
Typische Anwendungsbereiche:
- Chemielager: Rückhaltung von Lösungsmitteln, Farben und aggressiven Gefahrstoffen mit Klappschott Chemieschutz-Barrieren
- Produktionshallen: Schutz vor Ausbreitung bei Maschinenlecks oder Unfällen
- Laderampen: Verhinderung des Austritts über Torbereich bei Umschlagarbeiten
- Tankstellenbereiche: Containment bei Betankungsunfällen
- Feuerlöschwasser-Rückhaltung: Schutz der Umwelt vor kontaminiertem Löschwasser
- Batteriespeicheranlagen: Schutz vor thermischem Durchgehen bei Lithium-Ionen-Installationen
Praxiserfahrung
In vielen Chemielagern wird Klappschott eingesetzt, um sowohl im Normalbetrieb als auch im Brandfall die Ausbreitung zu stoppen. Bei Tests in Bestandsobjekten zeigte sich, dass Barrieren mit 90 cm Höhe einen Durchfluss von 500 l/min über 30 Minuten zurückhalten können. Nach VdS-Statistiken ist die Flüssigkeitsausbreitung in einem Großteil der Industriebrände der Hauptfaktor für Sachschäden über 1 Mio. €. Automatische Barrieren können diese Schäden signifikant reduzieren.
Welche Normen und Standards gelten für feuerfeste Barrieren?
Die Einhaltung nationaler und europäischer Normen ist für die rechtskonforme Installation feuerfester Barrieren verpflichtend. DIN-Normen, EN-Standards und VdS-Richtlinien definieren Anforderungen an Materialbeständigkeit, Feuerwiderstand und Retention-Volumen. Weiterführende Informationen zu Brandschutz-Maßnahmen für Unternehmen ergänzen die normativen Vorgaben.
| Norm/Standard | Geltungsbereich | Relevanz für Barrieren |
|---|---|---|
| DIN 4102 | Deutschland | Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen (F30, F60, F90) |
| EN 13501-2 | Europa | Feuerwiderstandsklassen (EI30, EI60, EI90) |
| VdS 2557 | Deutschland | Richtlinien für Löschwasser-Rückhalteeinrichtungen |
| WHG/AwSV | Deutschland | Wasserhaushaltsgesetz, Anlagenverordnung |
| TRGS 510 | Deutschland | Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern |
| DIN EN 14470-1 | Europa | Feuerwiderstandsfähige Lagerschränke |
| DIBt-Zulassungen | Deutschland | Bauaufsichtliche Zulassungen für Brandschutzsysteme |
Compliance-Anforderung
Die Abstimmung mit lokaler Feuerwehr und Behörden ist für die korrekte Dimensionierung der Barrierenhöhe erforderlich. VdS-Richtlinien empfehlen, dass Barrieren ein Übersteigen im Notfall ermöglichen müssen, um Flucht- und Rettungswege nicht zu blockieren.
Klappschott-Systemtechnologie: Technische Spezifikationen
Eine normkonforme Klappschott-Barriere reduziert Ihr Haftungsrisiko und vereinfacht Audits erheblich. Unsere Systeme sind für aggressive Medien getestet (pH 1-14) und erfüllen die Anforderungen nach DIN 4102 und EN 13501-2. Die 30-jährige Innovationsgeschichte von Klappschott zeigt die Zuverlässigkeit unserer Technologie.
Technische Spezifikationen:
- Breite: Bis zu 6 Meter pro Einheit
- Retention: Bis zu 100 m³ Rückhaltevolumen
- Druckfestigkeit: Bis zu 10 bar
- Lebensdauer: 25 Jahre bei korrekter Wartung
- Medienbeständigkeit: Im Einzelfall zu prüfen, grundsätzlich für viele Chemikalien geeignet
- Aktivierungsschwelle: Kalibrierbar zur Vermeidung von Fehlauslösungen durch Reinigungswasser
- Temperaturbereich: -40°C bis +80°C Betriebstemperatur
- Feuerwiderstandsklasse: Getestet bis EI90 gemäß EN 13501-2
Die Installation ist sowohl in Neubauten als auch in Bestandsanlagen möglich. Das flache Profil erlaubt den Einbau ohne größere Baumaßnahmen – ein entscheidender Vorteil gegenüber permanenten Schwellen. Die Klappschott Wasserschutz-Barriere benötigt keinen Stromanschluss und funktioniert zuverlässig über Jahrzehnte mit minimaler Wartung.
Planung und Installation: Wie werden Barrieren-Systeme dimensioniert?
Die praktische Umsetzung von Containment-Systemen erfordert eine systematische Auslegung basierend auf Risikobewertung, Normen und baulichen Gegebenheiten. Bereits bei der Planung und Installation von Barrieren-Systemen ist die Alarmierung und die schnelle Benachrichtigung der Feuerwehr – etwa über die Notrufnummer 112 – ein zentraler Aspekt, um im Ernstfall eine koordinierte Brandbekämpfung und effektiven Schutz zu gewährleisten. Facility Manager sollten frühzeitig die kritischen Installationspunkte identifizieren und die Medienbeständigkeit prüfen.
Wann ist eine Barrieren-Auslegung erforderlich?
Immer dann, wenn brennbare Flüssigkeiten in einem Betrieb gelagert, verarbeitet oder umgeschlagen werden und eine Ausbreitung über ebenerdige Öffnungen möglich ist.
Der Auslegungsprozess in vier Schritten
1. Risikoanalyse und Gefährdungsbeurteilung durchführen
Identifizieren Sie alle Bereiche mit Brandgefahr durch brennbare Flüssigkeiten. Die Zuordnung von Schutzmaßnahmen zu unterschiedlichen Bereichen im Betrieb ist entscheidend, um die Feuerwiderstandsdauer und die Sicherheit zu optimieren. Die TRGS 510 und ASR A2.2 geben hier Orientierung.
2. Rückhaltevolumen nach VAwS berechnen
Das benötigte Volumen richtet sich nach der gelagerten Menge, dem Flammpunkt der Stoffe und den Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes. Formel: Rückhaltevolumen = (Größter Tankinhalt × 1,1) + (Löschwasserdurchfluss × Erwartete Dauer).
3. Installationspunkte definieren
Türen, Tore, Bodenkanäle und Entwässerungssysteme sind die kritischen Stellen. Prüfen Sie jeden Ort, an dem Flüssigkeiten in andere Brandabschnitte oder die Umwelt gelangen könnten.
4. Medienbeständigkeit und Aktivierungsschwelle bestimmen
Je nach gelagertem Stoff muss die Materialkompatibilität geprüft werden. Die Aktivierungsschwelle kann kalibriert werden, um Fehlauslösungen durch Reinigungswasser zu vermeiden.
Planungstipp
Beziehen Sie die lokale Feuerwehr frühzeitig in die Planung ein. Die Abstimmung zu Barrierenhöhen und Flucht- und Rettungswegen ist für die Genehmigung entscheidend.
Vergleich Barrieren-Technologien: Welches System passt zu Ihrem Betrieb?
Die Wahl der richtigen Technologie hängt von Reaktionszeit, Wartungsaufwand und Zertifizierungsanforderungen ab. Die folgende Tabelle hilft Facility Managern bei der Entscheidung.
| Kriterium | Automatische Klappschott-Barriere | Mobile Dämme | Permanente Schwellen |
|---|---|---|---|
| Reaktionszeit | Unter 10 Sekunden, automatisch | Minuten (manuell) | Permanent aktiv |
| Wartungsaufwand | 15 min/Jahr (Funktionstest) | Regelmäßige Prüfung | Minimal |
| Zertifizierung | DIN/EN/VdS möglich | Variabel | Meist keine |
| Verkehrstauglichkeit | Ja (flach im Boden) | Nein (Aufbau nötig) | Eingeschränkt |
| Personalrisiko | Keines (automatisch) | Hoch (manueller Einsatz in Gefahrenzone) | Keines |
| Installationskosten | 5.000–15.000 € | Gering | Hoch (Baumaßnahme) |
| Langzeit-Zuverlässigkeit | 25 Jahre | Abhängig von Lagerung | Sehr hoch |
Entscheidungshilfe: Automatische Klappschott-Systeme sind die beste Wahl, wenn schnelle Reaktion ohne Personalrisiko gefordert ist und der Bereich weiterhin befahrbar bleiben muss. Mobile Dämme eignen sich als Ergänzung für temporäre Einsätze. Permanente Schwellen kommen in Frage, wenn ein Bereich dauerhaft abgetrennt werden kann.
Häufige Herausforderungen und Lösungsansätze
Bei der Implementierung von Containment-Systemen treten in der Praxis wiederkehrende Herausforderungen auf. Um einen effektiven Schutz vor der Ausbreitung brennbarer Flüssigkeiten zu gewährleisten, ist es entscheidend, individuelle Lösungen zu entwickeln, die exakt auf die spezifischen Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind. Die folgenden Lösungsansätze basieren auf Erfahrungen aus über 150 Installationen in verschiedenen Industrien.
Nachrüstung in Bestandsgebäuden
Die Nachrüstung feuerfester Barrieren in bestehenden Gebäuden ist ohne größere Baumaßnahmen möglich. Das flache Profil der Klappschott-Barriere (ca. 100 mm Einbautiefe) erlaubt die Integration in vorhandene Bodenstrukturen. Ähnliche Prinzipien gelten auch für automatische Barrieren für Grundstücke bei Hochwasserschutz-Anwendungen.
Die Klappschott-Lösung für nachträgliche Installation:
- Minimaler Eingriff: Kein Aufbrechen großer Bodenflächen erforderlich
- Anpassung an Unebenheiten: Flexible Montage auch bei nicht perfekt ebenen Flächen
- Integration in bestehende Brandabschnitte: Keine Änderung der Gebäudestruktur nötig
- Schnelle Inbetriebnahme: Installation und Test innerhalb eines Tages möglich
- Keine Betriebsunterbrechung: Phasenweise Installation erhält Betriebsablauf
Medienbeständigkeit bei aggressiven Chemikalien
Die Materialkompatibilität muss im Einzelfall geprüft werden, da aggressive Gefahrstoffe spezielle Anforderungen stellen. Edelstahl-Komponenten (1.4404) bieten erweiterte Chemikalienresistenz für die meisten industriellen Anwendungen. Besonders Stahl, wie verzinkter Stahl, ist aufgrund seines hervorragenden Brandverhaltens und seiner Feuerwiderstandsfähigkeit ein wesentliches Material für feuerfeste Barrieren und Schutzsysteme gegen die Ausbreitung brennbarer Flüssigkeiten. Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Flüssigkeitsbarrieren für aggressive Chemikalien.
Bei der Prüfung zu beachten:
- pH-Bereich der gelagerten Stoffe (Standard: pH 1-14)
- Temperatur der Flüssigkeiten (-40°C bis +80°C)
- Konzentration und Einwirkdauer
- Mischungen verschiedener Chemikalien
- Organische Lösungsmittel und Kohlenwasserstoffe
- Oxidierende Substanzen und Säuren
Sicherheitshinweis
Klappschott empfiehlt für jeden neuen Einsatzbereich eine Einzelfallprüfung der Medienbeständigkeit. Kontaktieren Sie unser technisches Team für Kompatibilitätsfragen.
Integration in automatische Löschanlagen
Die Kombination mit Feuerlöschwasser-Rückhaltung ist in vielen Anlagen Pflicht. Automatische Klappschott-Systeme arbeiten nahtlos mit Brandmeldeanlagen, technischen Geräten wie Rauchmeldern und Sprinklersystemen sowie der Alarmierung der Feuerwehr zusammen, um im Brandfall eine schnelle Reaktion und Koordination zu gewährleisten.
Koordination im Brandfall:
- Barriere aktiviert unabhängig von der Brandmeldeanlage bei Wasserkontakt
- Rückhaltung von kontaminiertem Löschwasser im Gebäude
- Schutz der Umwelt vor Schadstoffen im Feuerlöschwasser gemäß WHG
- Unterstützung der Feuerwehr durch definierte Rückhaltebereiche und schnelle Alarmierung über die Notrufnummer 112
Aktive Brandschutzsysteme erkennen Brände frühzeitig, schlagen sofort Alarm und unterstützen so die schnelle Brandbekämpfung. Für eine zuverlässige Funktionalität ist eine regelmäßige Wartung und Prüfung dieser Systeme unerlässlich.
Versicherungsvorteil
Unternehmen mit integrierten Containment-Systemen können ihre Versicherungsprämien signifikant senken. Die Vereinfachung von Audits durch automatische Dokumentation ist ein zusätzlicher Vorteil.
Fazit und nächste Schritte
Automatische Klappschott-Systeme bieten eine normkonforme Lösung für die Rückhaltung brennbarer Flüssigkeiten, Chemikalien und Feuerlöschwasser. Sie aktivieren energieunabhängig in Sekunden, sind fail-safe und eliminieren das Risiko manueller Fehler im Brandfall. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und verschärfter Umweltauflagen gewinnen solche Systeme zusätzlich an Bedeutung – mehr dazu in unserem Beitrag zu Klimawandel und neuen Herausforderungen für die Anlagensicherheit.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Feuerfeste Barrieren verhindern die Ausbreitung brennbarer Flüssigkeiten über Tore, Türen und Kanäle
- Der passive Schwimmermechanismus funktioniert ohne Strom – entscheidend für die Sicherheit im Notfall
- DIN 4102, EN 13501-2, WHG und VdS-Richtlinien definieren die Anforderungen für Ihr Containment-System
- Nachrüstung in Bestandsgebäuden ist ohne größere Baumaßnahmen möglich
- Maßgeschneiderte Lösungen, die auf die individuellen Anforderungen der Kunden abgestimmt sind, gewährleisten einen effektiven Schutz
Der Einsatz feuerfester Barrieren minimiert Verluste und schützt das Leben und die Sicherheit von Menschen im Brandfall.
Sofort umsetzbare nächste Schritte:
- Führen Sie eine Gefährdungsbeurteilung für alle Bereiche mit brennbaren Flüssigkeiten durch
- Identifizieren Sie kritische Öffnungen (Tore, Kanäle, Türschwellen)
- Prüfen Sie die Medienbeständigkeit für Ihre spezifischen Stoffe
- Stimmen Sie das Rückhaltevolumen mit Behörden und Feuerwehr ab
- Überprüfen Sie die Einhaltung der TRGS 510 und VdS-Richtlinien
Planen Sie jetzt Ihr Projekt mit Klappschott
Schützen Sie Ihre Anlage, Umwelt und Mitarbeiter mit DIN-konformen Containment-Systemen. Unser Ingenieurs-Team bietet kostenlose Standortbegehungen und Dimensionierungsberechnungen.
Vertiefende Informationen zu Installation, Wartung und Zertifizierung finden Sie in unseren technischen Leitfäden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie funktioniert eine automatische Barriere ohne Strom?
Der Schwimmermechanismus arbeitet rein mechanisch. Bei Flüssigkeitskontakt steigt ein Schwimmer im Edelstahl-Gehäuse und hebt eine feuersichere Platte an. Keine Sensoren, keine Elektronik, keine externe Energiequelle erforderlich. Das System funktioniert zuverlässig auch bei Stromausfall – ein entscheidender Vorteil im Brandfall. Dieses Fail-Safe-Prinzip wurde in Tausenden Installationen weltweit bewährt.
Welche Standards gelten für Feuerlöschwasser-Rückhaltesysteme in Deutschland?
In Deutschland regeln das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die AwSV die Anforderungen an Rückhaltesysteme. VdS 2557 definiert Richtlinien für Retention-Volumen. DIN 4102 und EN 13501-2 legen Feuerwiderstandsklassen fest. Die Abstimmung mit lokaler Feuerwehr und Behörden ist für die korrekte Auslegung erforderlich.
Kann Klappschott aggressive Chemikalien zurückhalten?
Grundsätzlich ja, aber die Medienbeständigkeit muss im Einzelfall geprüft werden. Edelstahl-Komponenten (1.4404) sind für einen pH-Bereich von 1-14 ausgelegt. Bei speziellen Gefahrstoffen, Mischungen oder hohen Temperaturen empfehlen wir eine Einzelfallprüfung durch unser technisches Team. Testprotokolle dokumentieren Kompatibilität mit über 200 gängigen Industriechemikalien.
Wo sollten Barrieren in Lagerhallen installiert werden?
An allen Punkten, wo brennbare Flüssigkeiten in andere Brandabschnitte oder die Umwelt gelangen könnten. Typische Installationsorte sind:
– Hallentore und Türschwellen
– Laderampen
– Bodenkanäle und Entwässerungssysteme
– Übergänge zwischen Lagerräumen
Die Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 510 identifiziert die kritischen Bereiche. Unser Standortbewertungs-Service bietet umfassende Identifikation von Installationspunkten.
Wie wird die richtige Aktivierungsschwelle bestimmt?
Die Aktivierungsschwelle wird während der Installation kalibriert. Sie hängt von den zu erwartenden Flüssigkeiten und den Betriebsbedingungen ab. Eine Verzögerungskalibrierung kann Fehlauslösungen durch Reinigungswasser verhindern. Die Abstimmung erfolgt projektspezifisch mit unserem Planungsteam. Fortgeschrittene Systeme bieten einstellbare Sensitivitätseinstellungen für verschiedene Betriebsszenarien.
Welche Wartung benötigen automatische Containment-Systeme?
Der Wartungsaufwand ist minimal: Ein jährlicher Funktionstest per Handpumpe dauert etwa 15 Minuten. Das System resettet sich nach Trocknung automatisch. Bei aggressiven Chemikalien sollten Dichtungen regelmäßig auf Verschleiß geprüft werden. Die Lebensdauer beträgt bei korrekter Wartung bis zu 25 Jahre. Detaillierte Wartungspläne gewährleisten langfristige Zuverlässigkeit.
Sind Klappschott-Systeme DIN- und VdS-zertifiziert?
Klappschott-Systeme erfüllen die Anforderungen nach DIN 4102 und EN 13501-2 für Feuerwiderstandsklassen. Die Zertifizierung bestätigt Tests unter Feuerbelastung, Materialbeständigkeit und definierte Retention-Volumen. Für Compliance-Fragen und Auditunterstützung steht unser Team zur Verfügung. Alle Installationen beinhalten umfassende Dokumentationspakete für behördliche Einreichungen.
Klappschott Brandschutz-Redaktion
Die Klappschott Brandschutz-Redaktion besteht aus Brandschutzingenieuren, technischen Autoren und Fachleuten für baulichen Brandschutz. Unser Fokus:
- Entwicklung wartungsarmer, normkonformer Brandschutzabschottungen „Made in Germany“
- Verständliche, praxisnahe Aufklärung zu Brandschutzvorschriften
- Ehrliche technische Informationen ohne übertriebene Versprechen
- Unterstützung von Facility Managern durch Gefährdungsbeurteilungen und Nachrüstungsplanung
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Planung durch Brandschutzingenieure. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte unseren qualifizierten Fachbetrieb. Alle Installationen müssen den lokalen Brandschutzvorschriften, Bauordnungen und Umweltschutzgesetzen entsprechen. Referenzierte Normen und Vorschriften unterliegen Aktualisierungen – überprüfen Sie aktuelle Versionen vor Implementierung.

